In einem Workshop den ich letzte Woche besucht habt, konnte ich ein interessantes Phänomen beobachten. Bei einer Design Chellange welche hauptsächlich Anwohner eines Gewerbegeländes betroffen hat. Sind wir mit unseren Interviews und Prototypen auch immer wieder mit etwas Zurückhaltung betrachtet worden.

Interessant weil ja auch das etwas zu unserem Vorhaben und der Chellange beitragen kann. Uns in unseren Entscheidungen natürlich mit beeinflusst. Habt ihr das auch schon mal erlebt?

Mögliche Voreingenommenheit der Tester

Gerade wenn es den Prototypen geht habe wir die Erfahrung gemacht das es immer wieder vorkommt das man mit etwas Zurückhaltung betrachtet wird. Auch wenn viele Interesse an neuen Ideen und Vorhaben haben so ist es doch viele auch eine Art Verunsicherung etwas Neues zu betrachten oder zu sehen welche Veränderung ins Haus stehen könnte. Die Interviewpartner hat dabei wohl sehr schnell den Eindruck das sich etwas verändern könnte was einen natürlichen Widerstand hervorrufen kann. “Wir wollen keine Veränderung!”. “Worauf wollen die mit dem Prototypen hinaus? und was bedeutet das für mich?” Dies und andere Fragen beschäftigt dann die Tester. Was dann natürlich auch die Aussagen in ihren Antworten Wiederspiegeln und die Meinungen beeinflussen.
Auch wenn eine Idee prinzipiell gut ist aber der Tester eine Abneigung gegen Veränderung hat, so wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit eher eine ablehnende Haltung gegenüber der Idee haben. Damit sich letztendlich erst mal nichts verändert.

Trifft auch den Design Thinker

Wenn die Interviews so verlaufen dann ist es eine Herausforderung für den Design Thinker sich selbst mit dieser Einstellung nicht zu sehr beeinflussen zu lassen. Auch wenn der Prototyp gut ist übernimmt man doch recht schnell den Gedanken das durch die Interviews der Gedanke entsteht das man eigentlich nicht möchte das sich etwas verändert. So kann dies auch die eigenen Entscheidungen und das weitere Vorgehen beeinflussen. Wie geht es weiter.

Auch wenn der Prototyp gut ist und das ganze auch im Sinne des Kunden verläuft. So wird vielleicht die ein oder andere Idee wieder verworfen werden weil manche Interviews uns selbst in der Entscheidung beeinflusst haben.

Nutzen aus der Situation ziehen

Im Nachgang habe ich mir Gedanken darüber gemacht wie man diese Situation vielleicht auch für die ausgeschriebene Design Chellange nutzen kann. Macht es vielleicht sinn dann mehr über die Personen herausfinden zu wollen. Wenn der Prototyp schon auf Wiederstände stößt, so würde das bei einer versuchten Produkteinführung ja sicher genau so verlaufen. Durch Wiederstände der Teilnehmer kann das Produkt dann am Ende vielleicht doch scheitern.

Also sollten wir doch versuchen herauszufinden wo die Wiederstände herkommen. Sind Personen vielleicht dafür auch schon bekannt und wir können mehr darüber erfahren wie wir unsere Idee diesbezüglich verbessern könnten. Vielleicht kann man auch vorsichtig hinterfragen warum so ein widerstand dahergebracht wird. Was müsste gemacht werden damit die Veränderung auch bei diesen Personen ankommt. Lassen sich vielleicht neue Umstände oder Ursachen für ein Problem herausfinden. Probleme die in früheren Veränderungsprozessen schon einmal aufgetreten oder gemacht wurden. Wenn ihr etwas tiefer eintaucht könnt ihr vielleicht noch sehr hilfreiche Informationen für das Projekt in Erfahrung bringen. Vielleicht wird so aus dem größten Kritiker ein großer Befürworter der Idee. Aber lasst euch nicht zu sehr einschüchtern. Bei manchen Personen bist man da auch einfach auf Stein und muss ein Interview auch einfach abhaken und an anderer Stelle weitermachen. Dann ist es aber wichtig nicht selbst zu viel der Kritik in sich aufzunehmen. Abhaken, dokumentieren und dann weitermachen.

Habt ihr auch schon die Erfahrung gemacht?

Ich bin sicher ihr habt vielleicht auch schon solche Erfahrungen gemacht. Situationen in denen ihr am liebsten einfach wieder gehen würdet. Wie geht ihr mit so etwas um? Könnt ihr da genug Distanz aufbauen?

Schreibt mir gerne eure Kommentare.

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